Über den sechsten Sinn
Mit Sixth Sense Living haben wir etwas erfunden, was es schon gibt. Wir geben einem Phänomen einen Namen und ein buntes Logo, damit wir in diesem neuen Sprach-Container einen »leicht flüchtigen« Inhalt besser transportieren können. Der sechste Sinn ist ein umgangssprachlicher Platzhalter für viele ungewöhnliche, teilweise mysteriöse, aber offenbar zur realen Welt irgendwie dazugehörende Energieformen, die uns auf Schritt und Tritt ständig begleiten.

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Unter den fünf Sinnen kann sich jeder sofort etwas vorstellen.
Mit unseren Primärwahrnehmungen Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Tasten erfahren, erleben und verstehen wir unsere Umwelt. Genau genommen gibt es noch vier weitere Sinnesebenen, nämlich den Temperatursinn, die Schmerzempfindung, den Gleichgewichtssinn und die Körperempfindung bzw. die Tiefensensibilität. Obwohl es somit neun Sinne wären, drückt sich in unserer Sprache mit der Begrifflichkeit »Fünf Sinne« alles das aus, was für jeden Menschen durch Außenreize aus unserer Umwelt gleichermaßen quantitativ erfahrbar ist. Sicherlich hört der eine besser als der andere, und zwar nicht nur von der objektiven Schallwellenempfindlichkeit her, sondern auch von seinem subjektiven im Kopf entstehenden Harmonieempfinden. Das Gehör eines begnadeten Virtuosen ist zu weitaus mehr verwertbaren Differenzierungen in der Lage als das Ohr eines normalen Menschen. Diese banale Erkenntnis lässt sich am Beispiel hoch entwickelter Sinnesakrobaten, wie den Feinschmeckern, den Künstlern oder den Parfümeuren nachvollziehbar und einleuchtend auf alle anderen uns zur Verfügung stehenden Wahrnehmungsqualitäten übertragen.

Bei den Tieren gibt es offenbar noch weitere sensorische Ebenen.
Einige Vögel haben nach neueren Erkenntnissen eine ausgeprägte Magnetfeldsensibilität, wodurch eine für uns erstaunliche Navigationsfähigkeit begründet zu sein scheint, sich innerhalb der Erdmagnetfeld-Matrix zu orientieren. Manche Fische benutzen ihre sensorische Erkennungsfähigkeit zum Schutz vor Feinden, indem sie minimalste Änderungen von selbsterzeugten elektrischen Feldern unterscheiden können. Der Katze werden außergewöhnliche Talente im Wiederfinden ihres über Hunderte von Kilometern entfernt liegenden Heimatortes nachgesagt. Bei ihr vermutet man eine spezielle Wahrnehmungskombination, sowohl verschiedene Polarisationsebenen des Sonnenlichtes unterscheiden zu können als auch die sensorische und kognitive Fähigkeit zur Astronavigation zu besitzen.

Je mehr etwas über die uns zur Verfügung stehenden Sinne hinausgeht, weil uns unsere Sensorik auf der konventionellen Ebene keine eindeutig erfahrbaren Signale mehr bereitstellt, desto stärker ist unser intuitiver Zweifel an der Richtigkeit einer solchen Wahrnehmung. Unsere Sinne sind zweifelsohne in hohem Maße täuschbar, deshalb führen wir alles über unseren »Horizont« Hinausgehende gerne auf Irrtum oder Manipulation zurück. Um beispielsweise der für uns völlig unerklärlichen Orientierungsfähigkeit von Tauben auf den Grund zu gehen, kleben wir Testvögeln die Augen zu, befestigen Magnete an ihren Köpfen und schleudern sie so lange in einer Trommel, bis den Tieren in unserer Vorstellung schwindelig wird. Wenn nun einige dieser Versuchstiere trotzdem noch ihren Weg finden, trauen wir deren Fähigkeiten, da wir keine eigenen Sensoren zur Beurteilung haben und dieser Mechanismus offensichtlich über unseren Verstand hinausgeht, doch nicht so recht über den Weg, bemühen gerne den Zufall als die geeignete Erklärung oder winden uns anderwärtig wissenschaftlich argumentativ heraus. bis den Tieren in unserer Vorstellung schwindelig wird. Wenn nun einige dieser Versuchstiere trotzdem noch ihren Weg finden, trauen wir deren Fähigkeiten, da wir keine eigenen Sensoren zur Beurteilung haben und dieser Mechanismus offensichtlich über unseren Verstand hinausgeht, doch nicht so recht über den Weg, bemühen gerne den Zufall als die geeignete Erklärung oder winden uns anderwärtig wissenschaftlich argumentativ heraus.

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